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Ihre Familie hat sich mit den ADHS-typischen Symptomen und seinen Besonderheiten mehr oder weniger gut arrangiert – wäre da nicht die verflixte Schule.

Hausaufgaben arten oftmals in Machtk(r)ämpfen aus. Ihr Kind geht häufig ohne Plan und Lerntechniken vor. Der selbständige Lerneinstieg gelingt ihm nur mühsam und/oder es arbeitet täglich stundenlang an seinen Hausaufgaben. Sie üben mit ihm auf Prüfungen, der Lernstoff sitzt, aber wenn es ernst gilt, ist vieles wieder wie weggeblasen oder die Prüfungszeit reicht nie und nimmer. Je höher die Schulstufe, desto merklich grösser die Lücken in Deutsch oder im Rechnen.

Um den Anschluss an den aktuellen Schulstoff zu halten (oder wiederzufinden), muss Ihr Kind immer mehr Lernaufwand betreiben. Etwas, wofür die allermeisten jungen Menschen mit einer ADHS definitiv zu wenig Geduld haben. Das vorhandene Potential kann einfach nicht ausgeschöpft werden. Zweifel und Verzweiflung liegen nahe beieinander, Ihr Kind befindet sich in einer schulischen und gefühlsmässigen Abwärtsspirale.

Sehr häufig geht ADHS mit einer Teilleistungsschwäche im Lesen und Schreiben oder im Rechnen einher. Eine Lerntherapie mit den Schwerpunkten ADHS & Legasthenie oder ADHS & Dyskalkulie verläuft grundsätzlich wie eine Legasthenie- oder Dyskalkulietherapie - nur noch einen Tick individueller und seitens der Therapeutin flexibler.

Alle Kinder und Jugendliche mit der ADHS-Diagnose erlebe ich als ausgesprochen feinfühlig. Die wichtigste Voraussetzung in der Zusammenarbeit ist bei ihnen wohlwollendes, ehrliches und authentisches Verhalten – ansonsten steigen sie gleich aus.

In einem Erstgespräch werden die Vorgeschichte und die aktuelle Situation erfasst. In Absprache mit den Beteiligten – Kind, Eltern, eventuell überweisenden Fachpersonen, Lehrpersonen, weiteren Therapeuten – und unter Berücksichtigung derer Wünsche wird der individuelle Lernbedarf erarbeitet. Zur genaueren Erfassung des Lernprozesses führe ich ergänzende Tests in den Bereichen Lernverhalten, Gedächtnisfunktionen, auditive und visuelle Wahrnehmung, Sprache und Mathematik durch. Erwartungen, Inhalte und Ziele werden besprochen und auf Wunsch schriftlich festgehalten.

In der Regel kommt das Kind wöchentlich während einer vollen Stunde zur Lerntherapie. Als integrativ arbeitende Lerntherapeutin verfüge ich über eine Vielfalt von Methoden, Übungsformen und evaluierten Therapiekonzepten. Wann immer möglich, wird eine Brücke zum Schulstoff gebaut. Besonders schätzen meine Therapiekinder, dass ich die Komplexität schulischer Inhalte reduzieren kann: Massgeschneidert, «abgespeckt», kompakt, strukturiert, bildlich, farbig. Bereits vorhandene Ressourcen kitzeln wir heraus und stärken sie. Meine Therapiekinder schnappen so einiges über ADHS auf. Das darüber Sprechen auf eine altersgerechte Art und Weise. «Störungen haben Vorrang» – in diesem Sinne reagiere ich auf flexibel darauf, ohne unsere Ziele aus den Augen zu verlieren. Wir kommen in kleinen Schritten zum Ziel, vergessen das herzhafte Lachen nicht und freuen uns an den Erfolgen.

Die Bezeichnung ADHS steht für Aufmerksamkeits- bzw. Hyperaktivitätsstörung und zeichnet sich durch die Hauptmerkmale Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität aus. Eine ADHS-Diagnose obliegt spezialisierten Kinderpsychiatern und Kinderärzten, Psychologen und Neuropsychologen.

Bei der Diagnose ADHS wird ein Behandlungsansatz mit verschiedenen Methoden verfolgt: Verhaltenstherapie, Erziehungsberatung, Medikamente u.a. ADHS und schulische Schwierigkeiten gehen leider immer Hand in Hand. 

Eine Lerntherapie stellt eine sinnvolle Ergänzung dar, niemals aber einen kompletten Ersatz.